In Venezuela bedeutet jeder Wahltermin viel mehr als nur die Wahl von Kandidaten in bestimmte Ämter. Seit dem Amtsantritt von Präsident Hugo Chávez im Jahr 1999 haben die Wahlen eine plebiszitäre Aura erlangt. Jeder Wahlinhalt verwandelt sich in eine Debatte über dieses System, das gekommen ist, um dem Neoliberalismus die Hegemonie streitig zu machen. Die Parlamentswahlen am 6. Dezember sind da keine Ausnahme.

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Viele Wähler mögen über den Chavismus verärgert sein, aber das bringt sie nicht automatisch dazu, sich der Rechten in die Arme zu werfen. Die unbekannte Größe besteht darin zu sehen, ob die Venezolanerinnen und Venezolaner entprechend der Wahlautomatismen reagieren, welche die Regierenden im Fall wirtschaftlicher Schwierigkeiten bestrafen oder ob sie im Gegenteil das in diesen Jahren akkumulierte politische Kapital würdigen und so die Besonderheit des bolivarischen Prozesses erneut bestätigen.

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