Während sich im benachbarten Argentinien Tausende von Frauen gegen Männer- und Staatsgewalt demonstrieren, widmet sich Ulrich Ackermann, SRF-Korrespondent in Santiago de Chile und Spezialist für abwertende Berichte über fortschrittliche Regierungen in Lateinamerika, lieber dem Bashing von Ecuador.

Sein Bericht im “International” des “Echo der Zeit” an Pfingsten provozierte die folgende Einschätzung eines ALBASUIZA-Journalisten:

Richtig ist, dass sich unsere öffentlich-rechtlichen Sender längst haben einspannen lassen in die (gesteuerte und US-finanzierte) Medienkampagne gegen die ALBA-Länder. Die Korrespondentenberichte (diesmal immerhin selbst produziert, aufgrund von einem eigenen Augenschein) des Radio srf (u.a. Echo der Zeit, z.Zt. Ulrich Ackermann), diese sind leider von Mal zu Mal penibler.
Daher: Im Gegensatz zur TV-Rundschau handelt es sich im vorliegenden Fall (Sendung “International”) um eine Eigenproduktion, diese ist eindeutig Anti-Correa, doch sie ist um einiges breiter angelegt, segelt perfide auf einer Ökologie-Schiene respektive die armen Indios im Amazonas, es geht also im Wesentlichen um ein Schlechtmachen der Politik der Regierung Ecuadors und ist ein Auftakt gegen den Neuen, Lenin Moreno, der ja ‘bloss’ das fortsetzen wird, was Correa angezettelt hat. Es ist die Beurteilung von Ackermann über Correa, während Correa selber oder sonst jemand von der Regierung nicht eigentlich zu Wort kommt, natürlich auch nicht Lenin Moreno.
Ich finde: Diese Meinungsmache-Reportage kann man zwar klar als solche denunzieren, wegen ihrer sehr einseitigen Bewertung; sie ist andererseits aber faktenreicher und daher weniger angreifbar als die plumpe TV-Rundschau. Ackermann erwähnt immerhin, dass Ecuador vor Correa als beinahe “unregierbar” galt, und Correa zuerst eine (“auf ihn zurechtgeschnittene”) neue Verfassung durchsetzte. Der konkrete Vorwurf gegen Correa ist, er (respektive das Land) habe in seiner zehnjährigen Amtszeit aufgrund des Erdölreichtums “in Saus und Braus” gelebt, aber keine Reserven angelegt für die schlechteren Zeiten… und er stürze sich nun, mit Fremdkrediten (meist aus China) in eine Fortsetzung via Bergbau-Konzessionen an Minengesellschaften (Gold), zerstöre dabei im Amazonas-Gebiet den Urwald und die Lebensgrundlage der Indios. Correa habe nie eine nachhaltige Politik betrieben (was immer das heisst im heutigen Umfeld), sondern mit “lockeren Reden” à la Chavez “die Leute bei Laune gehalten”, in “Saus und Braus gelebt”, d.h. er habe die Milliarden in Gesundheit und Bildung “gepumpt”… (was ja stimmt, und m.E. bedeutungsvoll, ja echt nachhaltig ist!). 
Kurz: Alles also total abwertend, eurozentristisch. Auch hier gibt es wieder gewichtige Punkte, die NICHT erwähnt werden: Kein Wort zum Texaco-Umwelt-Desaster, kein Wort zur Bereicherungspolitik von Moreno’s Gegner Lasso während der Bankenschliessung, respektive wohin die Petro-“Reserven” unter den Neoliberalen Regierungen der 90er Jahre geflossen sind; kein Wort zu den militärischen Grenz-Übergriffen seitens Kolumbiens; kein Wort zur Schliessung der US-Militärbasis von Manta; auch keine Erwähnung der Aussenpolitik (ALBA, neuer Hauptsitz von UNASUR in Quito) etc. 
R.L.