Caracas feiert diplomatische Erfolge in UNO und OAS. Großdemonstration gegen Imperialismus

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Antiimperialistische Kundgebung am Mittwoch in Caracas

In Caracas haben am Mittwoch Zehntausende Menschen gegen die Einmischung der USA und anderer Regierungen in die inneren Angelegenheiten Venezuelas demonstriert. Anlass für die Kundgebung war eine zeitgleich in Washington stattfindende Außenministerkonferenz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), deren einziger Tagesordnungspunkt die Lage in der Bolivarischen Republik war.

Bei der Kundgebung im Zentrum der Hauptstadt warf Venezuelas Kommuneminister Aristóbulo Istúriz OAS-Generalsekretär Luis Almagro vor, mitverantwortlich für das Blutvergießen der vergangenen Wochen in dem südamerikanischen Land zu sein. Er gehöre zu den »internationalen Figuren«, die Druck auf die venezolanische Rechte ausübten, »um Konfrontation und Tod in den Straßen zu provozieren«.

An der OAS-Tagung in Washington nahm Venezuela wie angekündigt nicht teil. Die Regierung versteht sich nicht mehr als Mitglied der Organisation, seit sie Ende April den Austritt des Landes eingereicht hatte. Gegen die Politik der OAS traten in Washington deshalb vor allem die anderen Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) auf. Nicaraguas Botschafter Luis Ezequiel Alvarado forderte, dass die OAS nicht weiter dazu benutzt werden dürfe, »die Regierung Venezuelas politisch zu lynchen«. Boliviens Außenminister Fernando Huanacuni verlangte, dass die OAS und insbesondere Almagro aufhören müssten, die Konfrontation und Gewalt in Venezuela anzuheizen.

Die Tagung der OAS endete am späten Abend ergebnislos, da keiner der vorgelegten Resolutionsentwürfe eine Mehrheit der Teilnehmer erreichen konnte. Insbesondere die in der Caricom zusammengeschlossenen Karibikstaaten hatten sich einer Aggression gegen Venezuela verweigert.

Einen Erfolg verbuchte Venezuela auch in der UNO. Das Land übernimmt in den nächsten zwölf Monaten den Vorsitz der vierten Kommission der UN-Vollversammlung, die unter anderem für Entkolonialisierung und die Rechte der Palästinenser zuständig ist. Die USA hatten zuvor versucht, die Wahl Venezuelas zu verhindern.

(jW) https://www.jungewelt.de/artikel/311743.unterst%C3%BCtzung-f%C3%BCr-venezuela.html?sstr=venezuela