m September verwüsteten verheerende Hurrikans Kuba (2) und Puerto Rico (3). 20 Tage danach hat Kuba 99 % der Stromversorgung wiederhergestellt (4). Dagegen sind einen Monat danach 80 % der Bevölkerung Puerto Ricos weiter ohne Licht….

http://www.cubainformacion.tv/index.php/doble-rasero/77017-sin-electricidad-icuba-o-puerto-rico-sin-democracia-ivenezuela-o-espana

Im September verwüsteten verheerende Hurrikans Kuba (2) und Puerto Rico (3). 20 Tage danach hat Kuba 99 % der Stromversorgung wiederhergestellt (4). Dagegen sind einen Monat danach 80 % der Bevölkerung Puerto Ricos weiter ohne Licht. Die Behörden gehen davon aus zwei Monate nach dem Hurrikan 50 % wieder zu erreichen (5). Es handelt sich um einen unbequemen Vergleich, über den wir, selbstverständlich, in den Massenmedien nichts lesen (6).

In Spanien hat kein Gericht den Pressesprecher der Partido Popular, Pablo Casado, für das “Verherrlichen des Terrorismus” belangt (7): Er drohte Carles Puigdemont, Präsident Kataloniens, dass er so wie sein Vorgänger, Lluis Companys endet, der von der Francodikatur hingerichtet wurde (8). Die spanische Presse half Casado seine Drohungen auszuschmücken: “PP droht Puigdemont, dass er wie Companys im Gefängnis landen könne” lesen wir in etwa gleichlautenden Überschriften von El Mundo (9), El País (10) und ABC (11). Gleichzeitig informierte keine dieser Tageszeitungen über den Haftantritt von Alfredo Remirez (12), einen der 76 angeklagten Tweeter in der sogenannten “Operation Spinne” (13). Sein Vergehen: Er hat bei Twitter einen Auszug aus einem Lied von “Chikos del Maíz” gepostet (14), der auf den Folterknecht und Kriminellen Enrique Rodríguez Galindo anspielte (15); und da er mit Hilfe einer Pappfigur  die Dispersionspolitk gegen baskische Gefangene anprangerte (16). Aber wer die sozialen Netzwerke zensiert, wie man uns weismachen will, ist die Regierung Venezuelas (17).

Die digitale Sparte von “El País”, “Planeta futuro” veröffentlichte eine Fotostrecke über “prekäre Besiedlungen” in der Dominikanischen Republik (18). Wir erfahren, dass Tausende von Familien neben kontaminierten Gewässern leben und ihre gehandicapten Kinder keinen Zugang zu Medikamenten, Windeln und Rollstühlen haben. Eine aseptische Misere, für “El País”, ohne Bezug zum aktuellen wirtschaftlichen Modell. Bemerkenswert, da wir in dieser Tageszeitung dutzende von Artikeln über das angeblich gescheiterte kubanische Wirtschaftsmodell lesen (19), das dort verantwortlich für das Wohnungsproblem gemacht wird. Dies obwohl die kubanische Bevölkerung, inklusive derer, die keine angebrachte Bleibe haben, sich auf eine Garantie der Grundversorgung, Gesundheitsversorgung und den Schutz von gehandicapten Personen verlassen kann (20). Die Reportage spricht außerdem von jungen Dominikanern, die davon träumen “auszuwandern”. Im Falle Kubas liest man, ebenfalls in “El País”, nicht von auswandern, sondern von “flüchten” (21).

In den sogenannten “Paradise Papers” ist die Rede von 127 Figuren aus der Politik, der Weltwirtschaft oder der Unterhaltung und deren Verbindung zu Steueroasen (22). Das ja, aber wir lesen weder Leitartikel noch irgendeine Art von Artikeln, die die Verbindung von Steueroasen und den Interessen der mächtigen, westlichen Regierungen erklärt (23). Aber können Sie sich vorstellen, wie sich der Ton der Berichterstattung ändern würde, wenn auf dieser Liste Regierungsmitglieder Kubas oder Venezuelas auftauchten?

Die spanischen Medien berichten uns von “politischer Verfolgung” des Oppositionellen Freddy Guevara (24), der sich in Venezuela für die Organisation der gewalttätigen Handlungen, die fast 150 Tote zur Folge hatten, dort vor Gericht verantworten muss (25). Gleichzeitig bejubeln sie enthusiastisch die Inhaftierung in Katalonien (26) für “Aufruhr” und “Meuterei” durch eine gewählte Regierung (27) und von absolut pazifistischen Aktivisten (28).
So belehren sie uns weiter über die Demokratie und die Freiheit der spanischen Presse… solange wir uns das gefallen lassen.